Zwei wie Hund und Katz

Im deutschen Sprachgebrauch gibt es das Sprichwort "Sie lieben sich wie Hund und Katz", aber genau die Ironie dieses Spruches ist "sprichwörtlich" falsch, denn diese können wahrhaft Freunde werden!

 

Sicherlich ist es jedem schon einmal vor Augen geführt worden, wie ein Hund eine Katze jagt. Das ist ein Bild, das in den Köpfen der Menschen festsitzt. Unvorstellbar ist für diese dagegen das harmonische Bild eines Hundes friedlich neben einer Katze schlafend. Aber eben dieses ist auch möglich und gar nicht so unwahrscheinlich.

Die einfachste Lösung, einen Hund und eine Katze aneinander zu gewöhnen, ist natürlich dann gegeben, wenn ein Welpe und ein Kätzchen gemeinsam aufwachsen. Denn beim gemeinsamen Aufwachsen in der Familie lernen die Tiere ihre unterschiedlichen Körpersprachen zu verstehen. Heißt es in der Hundesprache "Ich freue mich", wenn der Hund mit dem Schwanz wedelt, so bedeutet dies bei der Samtpfote "Vorsicht, ich bin gereizt. Auch den Unterschied zwischen dem Katzenschnurren und dem Hundeknurren erlernen die Tiere so. Bei erwachsenen Tieren sind dies die Hauptursachen für Missverständnisse, aber zwischen Jungtieren ist die Sache bald ausgemacht.

 

Mit Geduld und Spucke

Viele Hundekenner sind der Meinung, dass sich nicht alle Hunderassen gleich gut an Katzen gewöhnen können. Sicherlich wird es schwieriger sein, einen Münsterländer oder einen Terrier mit ausgeprägtem Jagdtrieb an eine Katze zu gewöhnen, da dieser eine Katze in erster Linie als Beute ansieht. Wird sie draußen auf einen Baum gejagt, könnte dies im Haus ein Schrank sein. Aber meine Familie hat in zwei Fällen erfolgreich zwei erwachsene Tiere aneinander gewöhnt. Und dabei handelte es sich um einen Rauhaardackel, Yorkshire Terrier Mischling, und beim zweiten Fall um einen ausgewachsenen, fünf Jahre alten American Staffordshire Terrier. Also beides Rassen, die an keinem Häschen vorbei laufen können und mit Hingabe gejagt haben. Auch bei den Katzen handelte es sich immer um ausgewachsene Tiere, im zweiten Fall war die Katze gar zwölf Jahre alt! Und in beiden Fällen hat es hervorragend geklappt, doch eines muss man haben Geduld.

Geben Sie den Tieren in der ersten Zeit ausreichend Möglichkeit, sich aneinander zu gewöhnen. Die ersten Tage sollten sich die Zwei in unterschiedlichen Räumen aufhalten, damit sie sich an ihre Gerüche und Geräusche gewöhnen können. Es ist ratsam, die Räume auch untereinander zu wechseln und Sie sollten ein Spielzeug des Hundes in den Katzenkorb oder die Schlafstätte der Katze legen und umgekehrt etwas von der Katze in den Hundekorb. Auch über diesen Austausch machen die zwei sich über den Geruch miteinander bekannt.

 

Der nächste Schritt ist das direkte Kennen lernen von Hund und Samtpfote. Nehmen Sie den Hund an die Leine und führen Sie ihn in einen Raum, in dem die Katze sich aufhält. Sehr wichtig dabei ist, dass der Katze ein Fluchtweg offen steht, denn fühlt sich diese in die Enge getrieben oder bedroht und hat dabei keinen Ausweg frei, holt sie möglicherweise zum Schlag gegen den Hund aus. Auch ist es wichtig, bei dieser Begegnung die Ruhe zu bewahren und keine Hektik zu verbreiten. Leises, beruhigendes Reden mit beiden Tieren ist von großer Wichtigkeit. Und in Bezug auf den Hund ist das Loben ein sehr wichtiger Punkt. Verhält er sich ruhig und gelassen, dann loben sie ihn. Ein auf die Katze gezielter Angriff sollte mit einem energischen "Aus" oder "Nein" quittiert werden.

 

In der ersten Zeit lässt man die beiden nicht zusammen allein.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der der getrennten Mahlzeiten. Nicht ohne Grund bringt die Futtermittelindustrie auf den jeweiligen Vierbeiner abgestimmtes Futter auf den Markt. Hunde und Katzen haben nicht nur andere Ansprüche an ihr Futter, sondern das Futter ist in der Zusammensetzung so hergestellt, dass es Hund oder Katze Art gerecht und gesund ernährt. Ein Hund, der regelmäßig Katzenfutter vertilgt, kann daran erkranken, ich betone hierbei das "kann"! Auch die Fressgewohnheiten von Hund und Katze unterscheiden sich, denn die Katze ist beim Fressen ein Genießer und braucht eine Weile, ihr Futter zu fressen, beim Hund ist dies eher umgekehrt. Ein weiterer Aspekt ist der Futterneid, der bei vielen Hunden sehr ausgeprägt ist. Füttern Sie also in verschiedenen Räumen oder zu unterschiedlichen Zeiten!

Geht man alles mit einer gewissen Ruhe und viel Zeit an, dann kann dies zu einer jahrelangen harmonischen Freundschaftsbeziehung zwischen Hund und Katze führen.