Diagnose HD - Was ist das eigentlich?

Trotz gewissenhafter Selektion in der Zucht kommt es immer wieder zu der Diagnose Hüftdysplasie, umgangssprachlich HD genannt. Schon lange ist dies keine reine Schäferhunderkrankung mehr.

 

Die Fehlbildung oder Fehlentwicklung eines Gewebes oder Organs wird in der Medizin als Dysplasie bezeichnet. Bei der Hüftgelenkdysplasie (kurz HD) bedeutet dies also eine Fehlbildung der Hüfte. Hierbei passen die Gelenkspfanne und der Oberschenkelkopf, welche die gelenkbildenden Knochen sind, nicht korrekt aufeinander. In der Regel tritt diese Erkrankung beidseitig auf und kann verschieden stark ausgeprägt sein.

 

Krankheitsanzeichen

Im Laufe der Skelettreifung kommt es beim Welpen und Junghund zu verschiedenen Veränderungen am Hüftgelenk. Betroffen sind, wie schon erwähnt, die Knochen des Hüftgelenks. Das Hüftgelenk besteht aus der Hüftgelenkpfanne, die vom Becken gebildet wird, dem Oberschenkelkopf und dem Schenkelhals, ebenso gehören die Gelenkkapsel und die Muskeln der Hüfte und des Oberschenkels dazu. Bei einem normal verlaufenden Wachstum zentriert sich der Oberschenkelkopf (Femurkopf) in der Hüftgelenkpfanne (Azetabulum) zunehmend, während es bei einer HD allmählich zu einem Abwandern des Oberschenkelkopfes von der Pfanne kommt. Die Entwicklung dieser Fehlbildung kann sich unterschiedlich geprägt fortsetzen und bedeutet eine verschiedengradige, teilweise Subluxations ( Ausrenkung des Hüftgelenk ). Im extremen Fällen kann die Fehlbildung sich soweit entwickeln, dass es zu einer kompletten Ausrenkung (Luxation) des Hüftgelenks kommen kann. Eine weitere Form der HD ist eine unzureichende Ausbildung der Pfanne oder der Kugel. Nur ein Röntgenbild kann Aufschluss darüber geben ob ein Hund an HD leidet und welchen Schweregrad diese hat.

 

Wann wird geröntgt?

Junge Hunde können mit ca. 6 Monaten an der Hüfte geröntgt werden, um zu sehen, ob die Gefahr einer HD besteht. Allerdings ist eine HD-freie Diagnose in diesem Alter noch kein Freischein, denn der Hund ist noch nicht ausgewachsen. Liegt in diesem Alter allerdings ein Schaden vor, so kann man mit der Ernährung und gezieltem Training eventuell schlimmeres abwenden. Die Hauptröntgenaufnahme wird mit einem Jahr durchgeführt, allerdings müssen dies eigentlich nur Tiere machen, die in der Zucht eingesetzt werden sollen. Leider ist dies nicht bei allen Rassen so, ließe sich doch so manches Hundeleid dadurch abwenden. Die einzelnen Rasseverbände haben verschiedene Richtlinien und Abstufungen in Bezug auf die Zuchttauglichkeit. Für den "Normal-Hundebesitzer" ist es allerdings ratsam, wenigstens ein Röntgenbild von den Hüften seines ausgewachsenen Hundes zu haben. So kann man nicht durch Unwissen schlimmer machen was eventuell schon schlimm genug ist. Eine Garantie ist ein Röntgenbild nicht, aber es beruhigt ungemein.

 

Auch die Ernährung spielt eine Rolle

Die Entwicklung der Hüfte wird zum einen durch die Erbanlagen der Elterntiere beeinflusst, aber auch durch die Ernährung des Hundes. Bei der Ernährung eines Junghundes, gerade bei großen Rassen, sollte es vermieden werden dass die Tiere zu schnell wachsen. Hierbei hat das Futter eine tragende Rolle. Im Futter sollte ein Überangebot von Kalzium vermieden werden. Bei der Verwendung eines Vollwertfutters sollte daher darauf geachtet werden, dass das Verhältnis von Phosphor zu Kalzium etwa 1:1 ist. Leider kam es in den letzten Jahren immer wieder zu gewissen Modetrends im Bereich der Hunderassen. Da hat so mancher ein Geschäft gewittert und ohne Rücksicht auf die Folgen munter drauf losgezüchtet. Das Ergebnis waren Hunde mit vererbten Hüftschäden, denn diese Art Züchter denken nur an ihren Profit und nicht an ein gesundes Hundeleben. Deshalb wenden Sie sich bitte immer na die Zuchtverbände, diese werden Ihnen gerne gute Züchter mit gesunden Hunden nennen