Tabuthema Kastration

Kastration wird oft fälschlicherweise als Verstoß gegen das Tieschutzgesetz angesehen. Manchmal ist sie aber das letzte Mittel, Hunden zu helfen. Früher hieß es, eine Rüde wird kastriert und eine Hündin wird sterilisiert - das ist falsch! Unter Kastration wird die operative Entfernung beider Eierstöcke bei der Hündin und die Entfernung der Hoden beim Rüden verstanden. Bei der Hündin wird diese Operation heutzutage mit der teilweisen Entfernung der Gebärmutter kombiniert. Bei der Sterilisation werden lediglich Samenleiter oder Eileiter durchtrennt - der Geschlechtstrieb des Tieres bleibt erhalten.

 

Die Hündin

Eine Kastration ist die wirkungsvollste Lösung, wenn man auf Dauer Läufigkeit und Trächtigkeit der Hündin verhindern will . Über den besten Zeitpunkt einer Kastration streiten sich die Fachleute, die meisten empfehlen aber den Eingriff erst zirka zwei Monate nach der ersten Hitze vorzunehmen. Bei der Kastration werden die Eierstöcke und ein großer Teil der Gebärmutter entfernt. Dies führt zur Verhinderung von Läufigkeit, Scheinträchtigkeit und ist eine vorbeugende Maßnahme gegen Brust- und Gebärmutterkrebs sowie Gebärmutterentzündung. Die Hormonumstellung bewirkt zwar, dass die Hündin mehr Nahrung aufnehmen will, jedoch kann man das Gewicht durch gezielte Fütterung und genügend Auslauf halten.

 

Der Rüde

Gegen die Kastration eines Rüden bestehen starke psychologische Widerstände, obwohl der Eingriff an sich unkomplizierter ist als bei einer Hündin. Eine Kastration ist dann empfehlenswert, wenn der Rüde Verhaltensauffälligkeiten zeigt, die in Zusammenhang mit dem Sexualhormon Testosteron stehen können. Symptome hierfür sind Abmagerung, Aggressivität und der Drang, ständig wegzulaufen. Hier sei aber eine Vermenschlichung des Hundes zu vermeiden, denn Hunde empfinden durch die Kastration keinen Verlust, das heisst, sie vermissen den Geschlechtstrieb nach dem Eingriff nicht. Bei der Kastration werden die Hoden entfernt. Dies macht den Hund nach einer Weile ruhiger und er fühlt sich mehr zum Menschen hingezogen. Zudem nimmt das Risiko einer Prostataerkrankung ab, da diese zusammenschrumpft. Ferner werden der Vorhautentzündung und dem Hodenkrebs erfolgreich vorgebeugt. Der beste Zeitpunkt zur Durchführung der Operation liegt beim Rüden etwa bei der Vollendung des ersten Lebensjahres. Unerwünschte Verhaltensweisen können sonst schon so eingefahren sein, dass der Eingriff nicht mehr den gewünschten Erfolg bringt. Die Kastration sollte aber nicht als Allheilmittel gesehen werden. Gegen Aggression, Dominanz und Streunen des Hundes hilft oft nur eine konsequente Erziehung.

 

Entscheidungshilfe

Folgende Punkte sollten Sie sich verinnerlichen, bevor Sie den Entschluss fassen, Ihr Tier operieren zu lassen:

  • der Eingriff ist endgültig
  • das Tier wird meist anhänglicher und sanfter
  • die Hündin wird nie wieder läufig
  • Erkrankungen der Geschlechtsorgane (Gebärmutter, Eierstöcke, Hoden, Prostata) werden verhindert
  • Gewichtszunahme bei falscher Fütterung und Bewegungsmangel
  • bei einem geringen Prozentsatz der Hündinnen kann es zu Harnträufeln kommen
  • Wesensveränderungen lassen sich nicht vorhersagen

Reden Sie mit Ihrem Tierarzt darüber und lassen Sie sich ausführlich beraten.