Zecken: Klein aber nicht ungefährlich

Allgemein bekannt ist, dass die Zecken gefährliche Krankheitsüberträger in Bezug auf den Menschen sein können. Aber auch der beste Freund des Menschen ist gefährdet.

 

Jeder Hundehalter kennt sie: Diese anfangs noch winzigen, unscheinbaren Spinnentiere, die sich, ihre Beißwerkzeuge fest in die Haut ihres Opfers verankert, in lästige, pralle Blutsauger verwandeln. Vielfach unbekannt ist dagegen, dass diese Parasiten, tickenden Zeitbomben gleich, gefährliche Krankheitserreger in sich tragen. Zecken sind sehr anpassungsfähig und können im Grunde überall überleben.

Ihr bevorzugter Lebensraum ist allerdings die gemässigte Klimazone bis auf eine Höhe von zirka 1000 Meter über dem Meeresspiegel. Der typische Lebensraum der Zecke ist das Untergehölz des Waldes. Dort legen sie sich in Sträuchern, Büschen und Gräsern, vor allem an Lichtungen und an Weg- und Waldrändern, auf die Lauer und warten auf ihre Opfer. Auch der zivilisierte Stadtpark ist nicht frei von Zecken.

 

Die Stechaktivität der Zecken ist im späten Frühjahr und im Herbst am grössten. Die Zecke lässt sich von dem vorüberziehenden Lebewesen von ihrem Warteplatz abstreifen und sucht sich einen warmen und weichen Hautbezirk. In den meisten Fällen findet man sie im Kopf- und Nackenbereich des Hundes. Andere Körperpartien können allerdings auch befallen sein. Der Stichvorgang bleibt in der Regel unbemerkt, da die Zecke vor dem Stich eine betäubende Substanz absondert. Die nun folgende Blutmahlzeit kann je nach Entwicklungsstadium der Zecke zwei bis neun Tage dauern. Je früher die Zecke entdeckt und entfernt wird, desto geringer ist die Gefahr einer Erkrankung.

 

Jede Zecke ist potentiell Träger des Lyme-Borreliose Erregers, gleichgültig aus welchem Wald oder aus welcher Gegend sie stammen. Dies ist der wichtigste Unterschied zum FSME-Virus, der nur in bestimmten Regionen vorkommt. Hierbei sei erwähnt, dass Hunde kein FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis ) bekommen.

 

Erstmalig schützt jetzt eine Impfung Hunde vor Lyme-Borreliose. Bei der Lyme-Borreliose handelt es sich um eine Infektion, die durch korkenzieherförmige Bakterien hervorgerufen wird. Erstmal entdeckt wurde sie 1980 in einer Zecke und nach Dr. Burgdorfer, ihrem Entdecker, "Borrelia burgdorferi" benannt. Der Zusatz Lyme entstammt einem amerikanischen Ort Old Lyme / Connecticut (USA), wo die Infektion Mitte der siebziger Jahre gehäuft auftrat.

 

Die Infektion an sich bleibt vorerst unbemerkt. Um die Einstichstelle herum kann es dann zu einer typischen Hautrötung kommen, die bei einem Hund leider aufgrund des Fells beziehungsweise der dunklen Hautpigmentierung in den seltensten Fällen bemerkt wird. Die Krankheit selber beginnt oft erst Tage oder Wochen nach dem Zeckenstich. Symptome wie Mattigkeit, Appetitlosigkeit und Fieber, unterscheiden sich zudem kaum von denen anderer Infektionskrankheiten. Später einsetzende schmerzhafte Gelenksentzündungen lassen schon eher den Verdacht auf Borreliose aufkommen. Der Hund beginnt zu lahmen, vor allem direkt nach dem Aufstehen. Die Bakterien werden aber nicht nur über das Blut transportiert, sondern sie können sich auch aufgrund ihrer korkenzieherartigen Gestalt aktiv durch Zellen und Gewebe hindurchbohren. Dies kann zu einer weiterführenden Infektion des Nervensystems oder anderer Organe wie zum Beispiel Herz und Nieren führen.

 

Ist die Krankheit erst einmal so weit fortgeschritten, wird die Behandlung sehr aufwändig und sie ist nicht immer erfolgreich. Gegen Zecken-Borreliose bietet nun ein neues Impfverfahren Schutz. Fragen Sie bei Ihrem Tierarzt nach der Impfung, er wird Ihnen genau erklären, wann der beste Zeitpunkt zum Impfen ist und wie der Impfzyklus aussieht. Bei der Selektion ihrer Opfer sind Zecken nicht wählerisch. Auch der Mensch ist von der Lyme-Erkrankung bedroht.

 

Allein in Deutschland kommt es beim Menschen nach Schätzungen zu 30.000 bis 80.000 Erkrankungen pro Jahr. Einen Impfschutz für den Menschen gibt es hierzulande derzeit noch nicht. Überträger der Bakterien ist nur die Zecke selbst,so dass der infizierte Hund als Krankheitsüberträger nicht in Frage kommt. Deshalb hat auch die Impfung des Hundes keinen Einfluß auf das Infektionsrisiko den Menschen in seiner Umgebung.